Katafa

Katafa ist ein Dorf im Kreis Körmend im Komitat Vas.

Geografie: Es befindet sich 5 km südöstlich von Körmend, in der Region Vasi-Hegyhát. Die Hauptstraße 86 verläuft westlich des Zentrums in Nord-Süd-Richtung, und die Straße 7445 verläuft durch das Zentrum.

Die umliegenden Siedlungen sind Körmend, Nagymizdó, Hegyhátsál und Nádasd.

Geschichte: Die erste bekannte urkundliche Erwähnung der Siedlung stammt aus dem Jahr 1230.

An seiner Grenze erhebt sich der Várdomb, wo Archäologen römische Artefakte gefunden haben. Ein Mansio, eine kleine Festung, stand einst neben der Bernsteinstraße, die hier durchführte. Die Überquerung der Raab wurde von einem Wachposten bewacht, der etwa auf halber Strecke zwischen Salla (Zalalövo) und Savaria (Szombathely) lag. Zu ihren Nebenaufgaben gehörte die Versorgung des berühmten römischen Kurierdienstes mit ausgeruhten Pferden und Lebensmitteln. Die Ausgrabung förderte auch 18 Goldmünzen zutage, die vermutlich von einem Soldaten versteckt wurden, der den Posten in Eile verlassen musste.

Im 16. Jahrhundert gehörte es der Familie Nádasdy und später der Familie Festetics.

In Katafa existierte die Institution des Kleinrichters noch in den 1960er Jahren. Der Verantwortliche für diese Aufgabe, in der Regel ein junger Mann, ging zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch das Dorf und las Aushänge und amtliche Bekanntmachungen vor. Wenn er irgendwo anhielt, vorzugsweise an einem Ort, an dem es mehrere Häuser gab, schlug er die Trommel um seinen Hals, und der Klang veranlasste die Bewohner, sich um ihn zu versammeln. Er hat dann den Hinweis gelesen und ist weitergegangen. Auf diese Weise ging er um das ganze Dorf herum. Das Interessante daran ist, dass in anderen Teilen des Landes diese Art der Kommunikation zu dieser Zeit fast nicht existent war.

Zur gleichen Zeit gab es eine weitere "Kuriosität", die Mehrklassenschule, in der zwei Klassen in einem Klassenzimmer unterrichtet wurden. Der Lehrer musste sich um beide Klassen gleichzeitig kümmern, das war die sogenannte halbgeteilte Schule. Die schwierige Aufgabe wurde dadurch gelöst, dass der Lehrer mit einer Klasse arbeitete (direkter Unterricht), während die andere Klasse eigenständige Aufgaben erhielt (z.B. Lernen eines Textes, Lösen von Grammatik- oder Matheaufgaben usw.); in den letzten Minuten der Stunde kontrollierte der Lehrer die eigenständige Arbeit. Das Dorf hatte zwei Klassenzimmer, so dass die oberen Klassen (5-8) am Vormittag und die unteren Klassen (1-4) am Nachmittag den Unterricht besuchten.

Das Lehren und Lernen unter diesen Bedingungen war natürlich beides schwierig, aber viele der Studenten, die unter diesen harten Bedingungen studierten, besuchten anschließend eine Universität oder Hochschule. So wurden aus den Schülern von Katafa damals Rechtsanwälte, Industrielle, Ärzte, Lehrer, Ingenieure usw. Zum Glück dauerte es nicht lange, bis auch dieser Schultyp in Katafa aufhörte zu existieren.

Damals gab es im Dorf auch noch keine Arztpraxis, sondern nur einen Glaskasten in der Schule, der mit einem roten Kreuz gekennzeichnet war und in dem Verbandsmaterial für kleinere Verletzungen und einige Medikamente aufbewahrt wurden. Im Falle einer Störung kümmerte sich der Lehrer um den Patienten. In schwerwiegenderen Fällen wurde der Patient mit dem Pferdewagen nach Körmend gebracht, was für den zu transportierenden Patienten eine schwere Tortur war.

Bevölkerung: Bei der Volkszählung 2011 erklärten sich 91 % der Einwohner als Ungarn, 1,2 % als Deutsche, 0,6 % als Serben (8,4 % machten keine Angaben; aufgrund von Doppelidentitäten kann die Gesamtzahl höher als 100 % sein). Die religiöse Aufteilung war wie folgt: römisch-katholisch 58,3 %, reformiert 6,1 %, evangelisch 16,8 %, konfessionslos 3,5 % (15,1 % machten keine Angaben).

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Kapelle: Die im Hof der ehemaligen Schule errichtete Kapelle wurde am 26. September 1989 eingeweiht.
Millennium-Denkmal: Das Millennium-Denkmal in Katafa wurde im Jahr 2000 von Péter Szabolcs erbaut.

Im Jahr 1856 beschrieb ein Reisender die Gegend wie folgt: "Von Baltavar aus schneiden wir in Richtung des Turms zu den Kemenesalja-Hügeln und durch schöne, abwechslungsreiche Grenzen geht es zurück zum Raab-Becken. Die winzigen Dörfer, die sich in die Hänge der Hügel schmiegen, sind so dicht gedrängt, dass ihre Hähne übereinander krähen können. Einige von ihnen bestehen aus nur 30 bis 40 Häusern, wie zum Beispiel Katafa. Aber die größte, Oloszka, hat nicht mehr als 125 Häuser. Sie leben hier in einer solchen Einfachheit und Anonymität, dass nicht einmal die Bewohner des Landkreises wissen, dass sie existieren. Die kleinen Dörfer, die wir auf dem Weg passieren, folgen in dieser Reihenfolge aufeinander: Kisbér, Szentpéterfa, Karádföld, Petomihályfa, Szarvaskend und Katafa. Bei Katafa überqueren wir gerade noch den Herpenyo-Bach, der die Ebene begrenzt, danach erstrecken sich samtige, saftige Wiesen und reich bewirtschaftete Felder in Richtung der Raab, wenn jenseits der hohen Schutzwälle die Türme von Körmend am Rande des Horizonts aufragen."


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Quelle: Text: Wikipedia (erweitert), Bilder: Wappen, gemeinfrei und Fgg unter der Lizenz CC BY-SA 3.0.



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