Körmend (Kirment)

Körmend (deutsch: Kirment, älter auch Girmend) ist eine ungarische Stadt (im Kreis Körmend) im Komitat Vas mit 11.236 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018).

Geschichte: Die früheste Erwähnung des Dorfes Villa Curmend terra regist, oder Körmend Dorf, das damals ein königliches Gut war, findet sich in einer Urkunde von 1238. Sein Name leitet sich vom türkischen Kärmän - Burg oder befestigter Wasserübergang - ab.

Mittelalter: Nach der Tatareninvasion gewährte Béla IV. der schwindenden Siedlung - die zu diesem Zeitpunkt bereits eine Burg (Arx Körmend) und eine Kirche besaß - in einer am 28. Oktober 1244 ausgestellten Urkunde, die 1270 von Stephan V. und 1328 von Karl Robert bestätigt wurde, städtische Privilegien mit Punkten wie Zollbefreiung, Wahl der Richter und Erbrecht. Im Jahr 1345 bestätigte König Ludwig I. die Zollfreiheit für seine Bürger. Zwölf Jahre später wird sie in einer schriftlichen Quelle als "civitas", als königliche Stadt, bezeichnet, damals mit einem Magistrat, einem Rat aus vereidigten Bürgern. Das mittelalterliche Stadtbild wurde vor allem durch die kirchlichen Bauten auf dem Stadtgebiet bestimmt. Die Kirche St. Martin wurde von den Einheimischen erbaut, während die Kirche St. Elisabeth in der Nähe der Hospize von den deutschen Siedlern errichtet wurde. Jahrhundertelang war das Kloster des Ordens der heiligen Maria von Augustinus eines der wichtigsten Gebäude in Körmend. Auch in Körmend gab es im Mittelalter eine Pfarrschule.

Während der Regierungszeit von König Sigismund hörte Körmend auf, ein königliches Gut zu sein. Damals war sie im Besitz von János Ellerbach, und 1412 bat Péter Szécsi um die Aufnahme in das Oppidium, die Feldstadt, aber 1430 war sie bereits im Besitz der Familie Széchényi. Im Jahre 1497 gewährte Ulászló II. den hier lebenden Kaufleuten eine Zollbefreiung für das ganze Land, und zu dieser Zeit gab es bereits beachtliche Volksfeste, was auf das Vorhandensein einer bedeutenden Handwerkerschicht schließen ließ. Zu dieser Zeit wird die Stadt zu einem befestigten Ort und zu einem wichtigen Zentrum. Im Jahre 1514 gehörte die Burg und die Stadt Tamás Bakócz von Erdodi.

Nach Mohács: Im Jahre 1548 kam Körmend in den Besitz von András Tarnóczy, aber die Erdodys kauften es 1565 zurück und es blieb lange Zeit in ihrem Besitz. Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt Körmend gründlich umgestaltet, um der veränderten Situation Rechnung zu tragen. Die Stadt war von Palisaden und Gräben umgeben. Im vorigen Jahrhundert wurde die von der Familie Ellerbach oder Szécs in der nordöstlichen Ecke der Stadt erbaute Burg mit Bastionen, einer Mauer und einem Tor befestigt. Im Jahre 1595 war die Stadt der persönliche Besitz von János Kaszaházi Joó, von dem sie von König Rudolf II. beschlagnahmt wurde, nachdem er in den Illésházi-Prozess verwickelt wurde, und dann 1604 dem Oberreitmeister Ferenc Batthyány geschenkt wurde. Von diesem Jahr an ist die Geschichte des Schlosses und der Stadt für fast 300 Jahre mit der Geschichte der Familie Batthyány verbunden. Wegen der zunehmenden türkischen Bedrohung erklärte Adam Batthyány Körmende zur Festung und verlieh seinen Bewohnern das Privileg, Hajdú zu sein, verpflichtete sie aber auch zum Dienst in der Armee. Ein bedeutendes Datum in der Geschichte von Körmend ist der 26. und 27. Juli 1664, der Tag der Schlacht bei Körmend. Der Großwesir Ahmed Köprülü wollte die Furten der Raab einnehmen, um sein riesiges Heer in Richtung Wien vorrücken zu können. Am 26. Juli besetzte die Verteidigungsarmee (französische, kroatische, deutsche, österreichische und ungarische Truppen) diese Punkte und feuerte von der Burg aus Kanonenfeuer auf die am rechten Ufer lagernden Türken. Am nächsten Tag wurde die Überfahrt vereitelt. Die Schlacht war aus militärischer Sicht nicht bedeutend, aber sie hatte einen Einfluss auf den Ausgang der Schlacht von Szentgotthárd.

Auch im Unabhängigkeitskrieg unter Ferenc Rákóczi II. spielte Körmend eine Rolle. Die Stadt, die nun von ihren Palisaden befreit war, wechselte mehrmals den Besitzer, während die Häuser und die Burg niedergebrannt wurden. Das Jahr 1716 war ein Wendepunkt im Leben der Siedlung. Die Batthyányi machten Körmend zum Zentrum des Majorats, und von hier aus kontrollierten sie ihre Herrschaften in Körmend, Germanújvár, Kanizsa, Dobra und Trautmansdorf. Dies war der Beginn des Ausbaus und der Umwandlung der Burg in ein adeliges Gut, was das Werk des Gutsherrn Lajos Batthyány war. Während der Napoleonischen Kriege machten die Armeen keinen Bogen um Körmend, und verschiedene französische Regimenter fielen in die Stadt ein. Im Jahr 1809 war Körmend der östlichste Punkt des französischen Reiches. Im Jahr 1848 fanden hier keine größeren militärischen Ereignisse statt. Die Armee von General Nugend mit 10 000 Mann und 36 Geschützen hielt sich nur wenige Tage auf.

Nach dem Ausgleich von 1871 verlor Körmend seinen früheren Status als Stadt, behielt aber seine führende Rolle in der Region und blieb Verwaltungssitz des Kreises. Zu dieser Zeit hatte die Stadt zwar einen bedeutenden Handel, aber die industrielle Entwicklung hinkte hinterher. Im Jahre 1872 wurde die Eisenbahnlinie Szombathely-Grác eröffnet, die durch Körmend führt, und 1899 wurde die Eisenbahnlinie Körmend-Németújvár und 1907 die Eisenbahnlinie Körmend-Muraszombat eröffnet.

20. Jahrhundert: Kleinere Anlagen zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte wurden gebaut. Auch ein Dampfsägewerk, eine Dampfmühle, eine Essigfabrik, eine Fleischverarbeitungsfabrik, eine Ziegelfabrik, eine Landmaschinenfabrik und eine Zementfabrik wurden in Körmend errichtet. Die Elektrifizierung der Stadt begann im Jahr 1911.

Nach dem Ersten Weltkrieg verringerte sich der natürliche Anziehungsbereich von Körmend, und seine Grenzlage wurde zu einem entwicklungshemmenden Faktor. Zwischen den beiden Weltkriegen verlangsamte sich die Entwicklung der Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg, zunächst aufgrund seiner Lage an der Westgrenze, setzte er dies fort. Ab Anfang der 1970er Jahre begann sich die Gemeinde dynamisch zu entwickeln, zum einen durch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, zum anderen durch die Entspannung der internationalen Spannungen und den Boom des Tourismus. Mit der kreativen Zusammenarbeit der lokalen und kreislichen Behörden, die sensibel auf die oben erwähnten sozioökonomischen Veränderungen reagierten, begannen die Planungsarbeiten zur Entwicklung der Gemeinde auf städtisches Niveau. Das Planungsteam der ZALATERV unter der Leitung des Chefingenieurs Tamás Kiss untersuchte die Gegebenheiten der Teilregion und der Siedlung Körmend (ihre Ausstattung, Möglichkeiten und Zustand) und erstellte darauf aufbauend Entwicklungs- und Planungspläne sowohl für die Region als auch für Körmend. In diesem Zusammenhang wurden das Stadtentwicklungsprogramm für Körmend und der Flächennutzungsplan für den zukünftigen Ortskern (1973) erstellt. Die Hauptideen der Entwicklungs- und Planungspläne (z.B. die Rekonstruktion der Straße Nr. 8, Verkehrs- und Versorgungsverbesserungen usw.) wurden inzwischen umgesetzt, andere dienen - mit einigen modernisierenden Änderungen - der weiteren geplanten Entwicklung der Stadt. Am 20. August 1980 wurde der Abschnitt der Hauptstraße Nr. 86, der die Stadt umgeht, eröffnet und die neue Rába-Brücke eingeweiht. Das Band wurde vom stellvertretenden Verkehrs- und Postminister István Cseri durchschnitten. Im Namen der Bürger von Körmend nahm Imre Illés, der Vorsitzende des Stadtrates, die Objekte symbolisch von Zoltán Szabó, dem Direktor der Komitatsstraße (KPM), entgegen, der sagte, dass die Umgehungsstraße und die neue Brücke damals 115 Millionen Forint gekostet haben.3 Die neue Brücke über den Fluss Rába und die Aue und entlastete den Verkehr auf der Rába-Brücke im Stadtzentrum, die nur auf einer Seite passierbar war.

Fremde Namen: Der Name der Stadt ist Kirment auf Deutsch, Kermendin auf Slowenisch, Karmadén auf Vedisch. Im Kroatischen gibt es zwei Namen. Die Kroaten in St. Petersburg nannten es Kermien, die Kroaten im kroatischen Lemberg nannten es Kirmied.

Städtepartnerschaften:
Österreich Fürstenfeld, Österreich
Niederlande Groesbeek, Niederlande
Österreich Güssing, Österreich
Finnland Heinävesi, Finnland
Österreich Hermagor, Österreich
Deutschland Kranenburg, Deutschland
Tschechien Rožnov pod Radhoštem, Tschechien
Niederlande Ubbergen, Niederlande

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Evangelische Kirche
Körmend Kapelle Orgona utcai
Malomúti-dulo Körmend Kirche Nadaljai
Reformed Church Református templom Kossuth-Lajos-Straße
Schloss Batthyány-Strattmann in Körmend

Wirtschaft: In Körmend ist mit der ADA Hungária Bútorgyár Kft ein großes Produktionswerk von ADA Möbelfabrik GmbH.

Söhne und Töchter der Stadt
Péter Besenyei (* 1956), Kunstflugpilot
Krisztián Pars (* 1982), Hammerwerfer


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Quelle: Text: Wikipedia (Teile davon von der ungarischen Wikipedia), Bilder: www.nikles.net



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